Factoring – für wen ist das sinnvoll?
Wer sich in Sachen Unternehmens-Finanzierung mal unverbindlich umhört – ob aus akutem Notstand oder allgemeinem Interesse heraus –, der dürfte ziemlich bald auf das Wort "Factoring" stoßen. Dabei handelt es sich um eine vergleichsweise neue Form der Finazdienstleistung, bei der der Kunde – in der Regel ein nicht zu kleines Unternehmen – seine Forderungen an Dritte einer Factoring-Firma übergibt. Die zahlt sofort den Forderungskaufpreis, der die Höhe der Forderung abzüglich eines Entgelts für seine Leistungen (Finanzierung, Überprüfung der Bonität, Debitorenmanagement) umfasst, erwirbt damit gleichzeitig den Anspruch auf die gesamte Forderungssumme, die sie dann selbst einholt. Der Factoring-Kunde ist so quasi im Handumdrehen von seinen Außenständen befreit, wieder liquide und in der Lage, in sein Geschäft investieren.
Nicht für jeden Unternehmer bietet sich jedoch diese Form der Finanzierung an. So kommen Einzelhändler zum Beispiel nicht in Frage, da Factoring keine Forderungen gegen Privatkunden oder Paare nach einer
Hochzeit abdeckt. Auch bei Dienstleistern wird es schwierig, da sich die Außenstände oft nicht klar umreißen lassen. Man denke nur an Projektaufträge bei Ingenieuren oder Architekten.
Auch ein falscher Einsatz des
Factoring ist problematisch. Es ist weder ratsam, eine bereits vorhandene Finanzierung durch Factoring zu ersetzen, noch macht es Sinn, das durch Factoring schnell "reingeholte" Kapital in langfristige Investitionen zu "pumpen". Klüger ist es, durch die Finanzspritze zum Beispiel stärker als sonst Barzahlerrabatte auszunutzen und das Geld so zu investieren, dass umgehend neue Aufträge bedient werden können.
Wer sich für Factoring interessiert, sollte ausreichend Information einholen – am besten im Internet. Seriöse Anbieter geben umfassend Auskunft, auch darüber, für wen diese Art der Finanzierung geeignet ist und für wen nicht.