Diso-Kredit als Einstieg in Schuldenfalle
Seit 1968 gibt es ihn bereits, den Dispositionskredit. Damit
räumen Banken einer Privatperson die Möglichkeit ein, ihr
Girokonto
um einen bestimmten Betrag zu überziehen. Die Höhe des
Dispositionskredits richtet sich dabei normalerweise nach dem
regelmäßigen Einkommen des Kunden. Die Grenze für eine
solche Überziehung nennt man Überziehungslimit. Sinn eines
Dispo-Kredits ist es, kurzfristige Zahlungsengpässe
überbrücken zu können, ohne gleich einen komplizierten
Kredit aufnehmen zu müssen. Auf diese Weise kann der Kunde bei
einer unvorhergesehenen Ausgabe kurzfristig und unkompliziert sein
Konto ohne weitere Rücksprache mit der Bank überziehen.
Diese bequeme Überziehungsmöglichkeit wird allerdings mit
sehr hohen Überziehungszinsen erkauft. Andere Kredite sind hier
deutlich günstiger. Die Banken rechtfertigen diese hohen Zinsen
damit, dass die Dispokredite ständig zur Verfügung gehalten
werden müssen, egal, ob sie tatsächlich in Anspruch genommen
werden. Damit seien für die Bank höhere Kosten verbunden als
bei einem eigens beantragten Kredit. Der Dispositionskredit soll also
keinesfalls zu einer Dauerlösung werden. Doch genau hier beginnt
die Schuldenfalle für viele Menschen. Wann immer der Dispo in
Anspruch genommen wird, zahlt der Kunde bis zu 16 Prozent Zinsen und
mehr. Dies ist ein erheblicher Kostenfaktor, der zeigt, wie teuer ein
Dispositionskredit für den Verbraucher letztendlich ist.
Wer also öfter in finanzielle Schwierigkeiten gerät, sollte mit seiner Hausbank lieber über einen
Ratenkredit
sprechen. Hier können die Ratenhöhe sowie die Laufzeit
individuell auf die Bedürfnisse des Kunden angepasst werden. Die
Zinsen sind erheblich geringer als bei einem Dispositionskredit und
sparen so im Endeffekt Geld. Dennoch bleibt es aber ein Kredit, der
auch zurückgezahlt werden muss. Wer also ein prinzipielles Problem
mit seinen Finanzen hat, wird auch mit einem Ratenkredit langfristig
nur noch weitere Schulden anhäufen. Hier gilt es, die Ausgaben auf
ein Maß zu reduzieren, dass am Ende des Geldes nicht mehr soviel
Monat übrig ist.
Ein weiteres Modell für Kreditaufnahme ist der sogenannte
Abrufkredit, bei dem die Bank dem Kunden einen bestimmten Kreditrahmen
einräumt, was dem Dispositionskredit durchaus ähnelt. Die
Zinsen werden allerdings nur für den tatsächlich in Anspruch
genommenen Anteil des Kredits berechnet. Diese Art von Kredit eignet
sich aber nicht für jeden Verbraucher gleichermaßen.